Toxicology & Applied Science

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Endogen disruptives Potenzial von Alkylglykolethern

Prüfung der chemischen Äquivalenz

Eine endokriner Disruptor ist definiert als "ein exogener Stoff oder ein Gemisch, der/die die Funktion(en) des endokrinen Systems verändert/verändern und folglich gesundheitsschädliche Wirkungen in einem intakten Organismus, seinen Nachkommen oder (Sub-)Populationen verursacht" (WHO/PCS, 2002). In den letzten Jahren sind Veröffentlichungen erschienen, in denen einzelne Glykolether oder Glykolether im Allgemeinen unter den Stoffen genannt werden, die das Potenzial haben, beim Menschen Störungen des Hormonsystems zu verursachen, insbesondere in Bezug auf die Fortpflanzung (Cecchi, 2014; Dodson et al., 2012; Fort et al. (2018); Helm et al. (2018); Hipwell et al. (2019); Kassotis et al., 2015, 2016; Simon et al., 2016; Vu et al. (2019); Warembourg et al., 2018). 

In zwei neueren Untersuchungen wurde der Nachweis erbracht, dass einzelne Glykolether zu endokrine Disruption (Kelsey, 2022; Kelsey & Seidel, 2023). In den Überprüfungen wurden systematisch alle verfügbaren und relevanten In-vitro- und In-vivo-Daten über die Familie der Propylen- und Ethylenglykolether bewertet,. Vorgegangen wurde dabei nach den 2018 veröffentlichten EFSA/ECHA-Leitlinien für die Identifizierung von endokrinen Disruptoren.

Weder für die von Propylenoxid noch für die von Ethylenoxid abgeleiteten Glykolether konnte nachgewiesen werden, dass sie auf endokrine Organe wirken oder die endokrinen Signalwege stören. Jegliche Toxizität von Alkylglykolethern wurde durch nicht-endokrine Wirkungsweisen verursacht.